GTÜ: Autogas-Nachrüstung zum bivalenten Betrieb zahlt sich ab rund 20.000 km pro Jahr aus – Literpreis bei durchschnittlich 67 Cent

Mit Autogas betriebene Autos erfreuen sich auch in Deutschland einer stetig steigenden Nachfrage. Der umweltfreundliche Kraftstoff wird mehr und mehr zu einer echten Alternative. Bis heute haben sich hierzulande über 250.000 Autofahrer für die schadstoffarme Antriebstechnologie entschieden – zumeist nachgerüstet. In mittlerweile mehr als 1200 Ausrüstungswerkstätten ist der Umbau möglich. Weit über 3.800 Tankstationen für Autogas bilden inzwischen ein nahezu flächendeckendes Versorgungsnetz. Angesichts permanent steigender Spritpreise verlocken die günstigen Gaspreise immer mehr Autofahrer, ihre Benziner auf Gas umzustellen. Die GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung liefert ihnen hilfreiche Kalkulationsgrundlagen, die für oder gegen eine Umrüstentscheidung sprechen.

Gas geben, aber welches?

Für nahezu alle Benziner – also auch Turbo- und Kompressor-gestützte – kommen prinzipiell zwei Gasalternativen in Frage:

1. LPG = Liquified Petroleum Gas (verflüssigtes Erdölgas) kurz Flüssig- oder Autogas, hauptsächlich Propan-Butan-Gemische.
2. CNG = Compressed Natural Gas (komprimiertes Erdgas), hauptsächlich Methan.

Der Trend geht klar zur Autogasvariante:

* höhere Motorleistung und Reichweite (im Vergleich zu Erdgas bzw. mit Nutzung des Benzintanks)
* Standort ungebunden (kein Anschluss an Gasversorgungsnetz erforderlich)
* niedrigerer Druck und dünnere Tanks ausreichend,
* günstiger in der Nachrüstung und günstiger als Benzin
* mit EU-Norm für Gaszusammensetzung

Flüssiges Autogas mit handfesten Vorteilen

Autogas erbringt nahezu die gleiche Motorleistung wie Benzin. Der Verbrauch ist zwar durchschnittlich rund 10 bis 15 Prozent höher anzusiedeln, dafür glänzt die Gasvariante mit deutlich günstigeren Kosten bei Literpreisen von durchschnittlich 0,67 €. Für stabil niedrige Preise spricht, dass bis Ende 2018 ein deutlich ermäßigter Energiesteuersatz von nur 9,7 Cent pro Liter festgeschrieben ist. Gegenüber Benzin ein echter geldwerter Vorteil, so die Experten der GTÜ. Mit Autogas läuft der Motor leiser und hat eine längere Lebenserwartung, weil ohne Additive eine nahezu vollkommene Verbrennung erfolgt. Autogas hat mit durchschnittlich 111 ROZ eine höhere Klopffestigkeit als Super mit 95 ROZ. Die Emissionswerte von Autogas sprechen klar für die Umwelt: 85 Prozent weniger Stickstoffbelastung, 50 Prozent weniger Kohlenwasserstoffe, 19 Prozent weniger Kohlendioxid sowie weniger Schwefel und Ruß. Die Zusammensetzung von Autogas ist europaweit nach DIN EN 589 genormt, wobei das Mischungsverhältnis für jeweils optimale Eigenschaften sorgt: Im Sommer 60 Prozent Propan : 40 Prozent Butan, im Winter 70 Prozent Propan : 30 Prozent Butan.

Nachrüstung zum Nachrechnen

Bei einer Nachrüstung auf Autogas bleibt der Motor unverändert. Es kommen lediglich neue Elemente hinzu: Der Tank wird in der Regel in der Reserveradmulde oder als Unterflurtank eingebaut. Die Zuleitung des Kraftstoffs zum Motor kann über Verdampfer mit Druckregler oder auch ohne Verdampfer über Einspritzsysteme wie beispielsweise LPI (Liquid Propan Injection) erfolgen. Die Kosten liegen je nach Fahrzeugtyp und -modell zwischen 2.000 und 2.500 €, vereinzelt auch bis 3.000 €. Bereits ab einer Jahresleistung von 38.000 Kilometer ist eine Amortisationszeit unter einem Jahr realistisch. Je nach Lebenserwartung des Fahrzeuges rechnet sich eine Amortisation auch nach mehreren Jahren. Ein Daumenwert für die Wirtschaftlichkeit sind nach Berechnungen der GTÜ rund 20.000 Jahreskilometer. Genaue Berechnungen sind selbstverständlich vom individuellen Verbrauch, den jeweiligen Umrüstkosten und der eigenen Fahrleistung abhängig.

Sicherheit und Bestimmungen

Entgegen vieler Vorurteile und Bedenken ist Autogas ungefährlicher und sicherer als Benzin. Jeder Autogastank aus mindestens 3,5 Millimeter dickem Stahl muss erst eine sechsfache Sicherheitsprüfung mit 30 bar Prüfdruck bestehen, bevor er mit Prüfbescheinigung für die 5 bis 8 bar Betriebsdruck zugelassen wird. Spezielle Rohrbruchventile stoppen den Gasaustritt aus den Tanks, wenn ein Leck bei der Zuleitung zum Motor auftritt. Abblasventile verhindern eine Explosion, wenn im Bereich eines Feuers der Druck im Tank ansteigt. Grundsätzlich sind Fahrzeuge mit Autogas in Garagenanlagen und Parkhäusern erlaubt.

Laut GTÜ ist eine Nachrüstung der Zulassungsbehörde zu melden und die Eintragung in die Fahrzeugpapiere zu veranlassen. Zur Genehmigung erfolgt eine Gassystemeinbauprüfung, die mit rund 100 € netto zu veranschlagen ist. Die Regelung ECE R115 ermöglicht eine Genehmigung als Baueinheit. Meist erfolgt jedoch eine Einzelabnahme durch einen anerkannten Sachverständigen. Der jeweilige Ausrüstbetrieb wird Ihnen über seine Praktiken nähere Auskunft erteilen und geeignete Anlagen von anerkannten Herstellern vorschlagen.

To be in is to be bi(valent)

Neben besserer Wirtschaftlichkeit hat der bivalente Betrieb mit Benzin und Autogas noch einen willkommenen Zusatzeffekt: Ihr Fahrzeug verfügt über nahezu die doppelte Reichweite! In der Praxis fahren Sie ohnehin die ersten Kilometer nach dem Start mit Benzinantrieb. Ab etwa 35 Grad Celsius Betriebstemperatur schaltet sich die Autogasanlage automatisch zu. Ein Cockpit-Schalter ermöglicht Ihnen, ganz bequem per Knopfdruck zwischen Benzin- und Gasbetrieb hin und her zu wechseln. Ist der Gasvorrat erschöpft, erfolgt automatisch die Umschaltung auf Benzinbetrieb.

Wundern Sie sich nicht, dass Ihr Gastank nie ganz voll wird! Zum Ausgleich von Temperaturunterschieden ist eine technisch bedingte Maximalbefüllung von lediglich 80 Prozent fest vorprogrammiert.

Quelle: Pressemitteilung GTÜ

www.gtue.de




Comments

This entry was posted on Samstag, Mai 31st, 2008 at 22:59 and is filed under Artikel. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can skip to the end and leave a response. Pinging is currently not allowed.
1 Comment so far

  1. Tom on Juni 12, 2008 09:28

    Hallo,

    sehr interessanter Artikel zum Thema Autogas. Ich überlege auch auf Autogas umzusteigen, habe aber noch nicht so den richtigen Überblick. Der Markt ist doch recht unübersichtlich.

    Gruss,
    Tom

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